Der richtige Verkaufspreis entscheidet, ob ein Artikel Gewinn bringt oder nur Regalfläche kostet. Die Rechnung dahinter ist einfacher, als viele denken. Hier finden Sie Formel, Beispiel und die typischen Stolperfallen.
Die Grundformel
Vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis führen drei Schritte: Einkaufspreis netto, Aufschlag für Kosten und Gewinn, danach Umsatzsteuer. Wichtig ist der Unterschied zwischen Aufschlag und Spanne: Der Aufschlag bezieht sich auf den Einkaufspreis, die Spanne auf den Verkaufspreis.
| Kennzahl | Formel | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufschlag | (VK netto − EK netto) ÷ EK netto | (8 − 4) ÷ 4 = 100 % |
| Spanne | (VK netto − EK netto) ÷ VK netto | (8 − 4) ÷ 8 = 50 % |
| VK brutto | VK netto × 1,19 bzw. × 1,07 | 8 × 1,19 = 9,52 Euro |
Beispielrechnung aus der Praxis
Ein Artikel kostet im Einkauf 4,00 Euro netto. Mit 100 Prozent Aufschlag ergibt das 8,00 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 9,52 Euro brutto. Für das Regal runden Sie auf 9,49 oder 9,95 Euro, passend zum Preisbild Ihres Geschäfts.
Spanne und Drehzahl zusammen betrachten
Ein Artikel mit 50 Prozent Spanne, der einmal im Monat verkauft wird, bringt weniger als einer mit 30 Prozent Spanne, der wöchentlich über die Theke geht. Rechnen Sie deshalb den Rohertrag pro Monat: Spanne in Euro mal verkaufte Menge.
Diese Fehler kosten Marge
- Versand- und Nebenkosten vergessen: Sie gehören in den Einkaufspreis.
- Schwund und Abschriften nicht eingerechnet: Planen Sie einen Puffer ein.
- Nur am Wettbewerb orientieren: Ihre Kostenstruktur ist eine andere.
- Alle Artikel gleich kalkulieren: Schnelldreher und Spezialartikel vertragen unterschiedliche Aufschläge.
Preisbild sauber halten
- Einheitliche Preisendungen wählen, zum Beispiel immer 9 oder 5 am Ende.
- Je Warengruppe Einstiegs-, Mittel- und Premiumpreis anbieten.
- Preisschilder regelmäßig prüfen, falsche Auszeichnungen kosten Vertrauen.
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